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Eden-Projekt: Die größten Gewächshäuser der Welt. Sind sie das achte Weltwunder?
EdenprojektIm Südwesten von England, in der Grafschaft Cornwall, stehen die größten Gewächshäuser der Welt. Wie riesige Ufos wirken die transparenten Kuppeln, die fast versteckt in einer tiefen, ehemaligen Tongrube liegen. Für viele der bislang rund 1,5 Millionen Besucher ist das Eden-Projekt das achte Weltwunder.
Rund 240 Meter lang, 110 Meter breit und bis zu 55 Meter hoch ist das Haus für die tropischen Pflanzen. Auf einer Fläche so groß wie 34 Fußballfelder ragen Ölpalmen und Balsabäume in die Höhe, wachsen Zuckerrohr, Kaffee und Tee neben Bananen, Palmen und Ananas. Einzeln angefertigte Stahlstreben tragen die Hülle aus einer luftgefüllten speziellen Kunststofffolie, Glas wäre zu teuer gewesen und zu schwer. Außerdem lässt die Folie mehr UV-Licht durch, was besser für die Pflanzen ist.
Initiator des Eden-Projektes ist Tim Smit, gelernter Archäologe, ehemaliger Rockmusiker und Produzent. Heute ist er hauptberuflich Motivator, der solche Projekte aus der Taufe hebt und andere Leute mitreißt. "Ich will, dass unsere Besucher sofort merken, dass dies kein herkömmlicher botanischer Garten ist. Es geht um mehr als nur Pflanzen, es geht hier um Kultur, Wirtschaft und die Situation der Menschheit. Pflanzen sind gut geeignet, um diese Zusammenhänge zu zeigen." 750.000 Besucher pro Jahr braucht das rund 240 Millionen teure Projekt für einen rentablen Betrieb. Das Interesse ist groß. Schon während der Bauphase kamen eine halbe Million Menschen. Seit der Eröffnung im März 2001 reißt der Besucherstrom nicht ab: Rund 1,5 Millionen Schaulustige waren es bisher.
In den Eden-Gewächshäusern geht es nicht um die abertausendste Rosensorte oder eine seltene Kamelien-Hybride. Smit will "ein lebendes Theater zeigen mit Pflanzen, die eine Geschichte zu erzählen haben.
Ein zweiter, etwas kleinerer Kuppelbau beherbergt die Vegetation der gemäßigt warmen Zonen: Pflanzen aus Südafrika, Kalifornien und dem Mittelmeerraum. Ein drittes Gewächshaus für die Wüsten dieser Welt ist schon in Planung. Da sind die Botaniker gefordert: Jede Pflanze der Dürregebiete braucht ihren artgerechten Standort und wenn sie einmal zur falschen Zeit gewässert werden, bedeutet das ihr Ende.